Ausgewählter Beitrag
Und zwar im Pool. Auf dem Wasser.
Mein erster Gedanke war vermutlich nicht: „Ach, wie zauberhaft.
Aber mein zweiter war schon: Was ist das denn für eine?
Also genauer hingeschaut, fotografiert und herausgefunden: Das ist eine Fischerspinne, auf Englisch Fishing Spider. Und je mehr ich über sie gelesen habe, desto spannender fand ich sie.
Das Faszinierende an Fischerspinnen ist, dass sie sich tatsächlich auf der Wasseroberfläche bewegen können. Ihre wasserabweisenden Beine und die Oberflächenspannung des Wassers machen es möglich.
Dabei ist das Wasser für sie nicht einfach nur eine praktische Straße. Es hilft ihnen sogar bei der Jagd. Über ihre empfindlichen Beine nehmen sie feinste Schwingungen auf der Wasseroberfläche wahr und können so bemerken, wenn sich mögliche Beute bewegt.
Und es kommt noch besser: Fischerspinnen können auch unter die Wasseroberfläche tauchen. Einige Arten erbeuten neben Insekten und anderen kleinen Tieren sogar Kaulquappen oder sehr kleine Fische.
Spätestens da fand ich meine Poolbekanntschaft ziemlich bemerkenswert.

Natürlich blieb es nicht beim Foto.
Wenn mich etwas in der Natur neugierig macht, kommt bei mir ziemlich schnell der Gedanke: Wie würde ich das malen?
Also durfte die Fischerspinne auch aufs Aquarellpapier.
Nicht als naturwissenschaftlich perfekte Darstellung. Das ist gar nicht mein Anspruch. Ich wollte das festhalten, was mich an der Begegnung fasziniert hat: diese langen Beine auf der Wasseroberfläche, die kleinen Bewegungen im Wasser und dieses Gefühl, dass da ein Tier etwas kann, von dem ich vorher überhaupt nichts wusste.
Deshalb bekam meine Fischerspinne viel Wasserblau, lockere Verläufe, Spritzer und kleine Wasserringe um die Beinchen.
Und siehe da: Beim Malen wurde aus der zunächst etwas unheimlichen Poolbewohnerin fast schon eine kleine Sympathieträgerin. Fast. Acht Beine bleiben schließlich acht Beine.
Solche Begegnungen mag ich.
Du siehst etwas. Du wunderst dich. Du möchtest wissen, was es ist. Und plötzlich öffnet sich wieder so eine kleine Tür zu etwas, über das du vorher noch nie nachgedacht hast.
Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum Natur und Malen für mich so wunderbar zusammenpassen. Seit ich male, schaue ich genauer hin. Auf Farben, Formen, Tiere und all die kleinen Dinge, an denen man sonst vielleicht vorbeigehen würde.
Und manchmal sitzt dieses kleine Wunder eben nicht auf einer hübschen Blüte.
Manchmal steht es mit acht Beinen mitten auf dem Pool.
Und jetzt würde mich interessieren: Hättest du dich näher herangetraut und genauer hingeschaut? Oder wäre deine Poolzeit für diesen Tag spontan beendet gewesen?
Beatrice 01.09.2026, 04.44
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